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Bild 01: Ausbalanciertes Sitzen über fußgesteuerte Bewegung

Unser Alltag ist vom Sitzen geprägt, besonders unser Arbeitsalltag. Dabei ist das längere Sitzen keine gesunde Körperhaltung. Der Mensch ist nicht zum Sitzen geschaffen, jedenfalls nicht dazu, lange stillzusitzen.

 

Ergonomisches Sitzen

Die konventionelle Sitzergonomie anerkennt, dass Sitzen für den Köper eine Belastung ist. Ihr Lösungsansatz strebt folgerichtig eine Entlastung an, indem sie versucht, den sitzenden Menschen perfekt abzustützen und ihm eine aufrechte, richtige Haltung empfiehlt. Das ist logisch gedacht. In der täglichen Praxis zeigen sich jedoch schnell die Schwachpunkte dieser Empfehlung.

 

Wir sagen, die richtige Sitzhaltung gibt es nicht; was wir brauchen, ist Bewegung und Variation, auch beim Sitzen. Dynamisches Sitzen ist aktives Sitzen, ist Bewegung von Kopf bis Fuß, ist der Wechsel von Be- und Entlastung, von Ruhe und Bewegung. Die beste Sitzhaltung ist demnach immer die nächste. Im Mittelpunkt unserer Überlegungen steht insofern das natürliche, physiologische Bewegungsverhalten des Menschen.

 

Konstruiert für dynamisches Sitzen, Bürodrehstuhl Futu
Bild 02: Konstruiert für dynamisches Sitzen, Bürodrehstuhl Futu

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Dynamisch Sitzen braucht drei Voraussetzungen:

1. die Bereitschaft des Einzelnen, lieb gewonnene Bequemlichkeit zu hinterfragen und abzulegen, sowie die körpereigene Wahrnehmung  wieder zu entdecken, Bewegung also als natürliches Bedürfnis und wichtigen Bestandteil unseres Lebens zu erleben;

2. ein Sitzmöbel, welches ein aktives Sitzen in Bewegung überhaupt erst ermöglicht und

3. im Idealfall einen in der Höhe individuell anpassbaren Tisch.

Das eine kommt ohne das andere nicht aus. Sitzmöbel, die dynamisches Sitzen ermöglichen, müssen neben den ergonomischen Standards, wie individuelle Anpassbarkeit an Körpergröße und Arbeitshöhe, folgende Kriterien erfüllen: der Stuhl muss so konstruiert sein, dass er

1. allen Bewegungen des Sitzenden folgt und diese nicht behindert oder einschränkt,

2. bei allen Veränderungen der Haltung immer wieder die Beweglichkeit und Abstützung des Beckens zulässt, einen offenen Sitzwinkel ermöglicht und dabei die Streckung der Wirbelsäule provoziert,

3. die Möglichkeit der gelegentlichen Entlastung für Rücken-, Schulter- und Halsmuskulatur bietet und

4. auch im Sitzen die Fuß- und Beinmuskulatur zur Steuerung der Bewegungsabläufe aktiviert. Wer konventionelles Sitzen gewohnt ist, muss hier umlernen. Das fällt bisweilen schwer, doch die Mühe lohnt sich.