
Leonardo da Vinci erkannte bereits vor mehr als 500 Jahren die wesentlichen Zusammenhänge von Beschaffenheit und Wirkungsweise des menschlichen Bewegungsapparates. Alle Bewegungen und Veränderungen der Körperhaltung werden durch das Zusammenspiel von Muskulatur, Bändern, Bindegewebe und Knochen ausgeglichen. Jede noch so feine Verlagerung des Gleichgewichts muss austariert werden. Nur so kann die gegen die Schwerkraft gerichtete aufrechte Haltung des Menschen gewahrt werden. Ein in seiner Haltung ausgeglichener Mensch verfügt über harmonische Bewegungen, die ohne unnötige Anspannung und Energieaufwendung erfolgen.
Diese Erkenntnis setzte Anfang der 1980-er Jahre der norwegische Designer Peter Opsvik mit der Gestaltung von Sitzmöbeln um, die über eine fein ausbalancierte Sitzhaltung ein bewegliches Sitzen möglich machen. Das balans Sitzkonzept markiert den Beginn aller weiteren professionellen Überlegungen zur Entwicklung dynamischer Ergonomiekonzepte und dies zu einer Zeit, in der die ersten Personal Computer in die Büros einziehen mit den heute bekannten Begleiterscheinungen wie z.B. zu langes und zu einseitiges Sitzen.
Mit „Denkmöbeln“ werden einer im weitesten Sinne statischen Möbelkultur ausgesuchte Produkte entgegengesetzt, die dem menschlichen Grundbedürfnis nach Bewegung Rechnung tragen, körpereigene Haltefunktionen mobilisieren und nur dort Unterstützung bieten, wo es für den Aufbau und die Förderung eines wohl koordinierten Organismus sinnvoll ist. „Denkmöbel“ stellen somit in ihrer funktionalen Nützlichkeit einen Wert und Gewinn für die Gesunderhaltung des Menschen dar. Sie bieten unkonventionelle Hilfen und Lösungen, die zum Nachdenken anregen, Gedanken in Bewegung setzen, die kritische Auseinandersetzung mit Gewohntem fördern und sie geben Anstöße für sinnvolle Veränderungen.